Tag 97 auf der YOLO – Dicke Backen, Hagelschlag und ein schwarzer Bildschirm


Der Tag begann mit dem Duft frischer Wäsche.

Dann kamen Fischbrötchen, Eis und Blasmusik.

Am Nachmittag zog ein heftiges Gewitter über Röbel. Danach blieb unser Fernseher schwarz.

Key Facts

Tag 97: Röbel Seglerhafen – Binnensee Röbel
Tage: 97 / 180
Törn bisher: 53 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: 769 km 🌊
Fahrzeit gesamt: 107 Std. 56 Min. ⏱️
Schleusen gesamt: 29 ⚓
Brücken gesamt: 2 🌉
Hafentage bisher: 26 🏡⚓ (26,8 % der Reisetage)
Besonderheiten: Frische Wäsche, Ankern vor der Röbeler Kirche, Fischbrötchen, Blasmusik, Wasserschutzpolizei auf Wassermotorrädern, Hagelgewitter und vermutlich ein Überspannungsschaden am Fernseher.

Ein Morgen wie frisch gewaschen

Heute Morgen war Birgit bereits um 6:00 Uhr auf den Beinen.

Ich ließ mir noch etwas Zeit. Dann tranken wir gemeinsam Kaffee und starteten langsam in den Tag.

Die Nacht am Steg war wunderbar ruhig gewesen.

In unserer Kabine duftete es nach frischer, sauberer Wäsche. Eine himmlische Nacht.

Frisch gewaschene Bettwäsche ist an Bord fast so schön wie eine ruhige Ankerbucht.

Nach dem Kaffee lief Birgit noch einmal ins Waschhaus und wusch eine weitere Maschine.

Danach gab es Frühstück mit einem weich gekochten Ei.

Nach dem Abwasch ging ich ins Waschhaus zum Duschen.

Zurück in den Binnensee

Als alles wieder an Bord war, legten wir ab.

Eigentlich wollten wir nach Sietow fahren.

Für den weiteren Tag war jedoch Regen angekündigt. Deshalb verlegten wir uns wieder zurück in den Binnensee von Röbel.

Wir ließen den Anker direkt vor der Kirche fallen.

Falls der Wettergott noch etwas mit uns vorhatte, lagen wir zumindest schon einmal an der richtigen Adresse. 😉

Das Seefest ging heute zu Ende. Am Mittag war in der Bucht noch kaum etwas los.

Wir hatten reichlich Platz um uns herum.

Birgit ruft zum Landgang

Gerade als ich es mir an Bord gemütlich machen wollte, trieb Birgit mich noch einmal an.

Wir sollten unbedingt durch die Stadt laufen.

Also schraubte ich den 👉 eMotor an unsere 👉 RubberYolo.

Dann ging es hinüber zum Hafen.

Fischbrötchen, Eis und Gurken

Unser erster Weg führte natürlich zum Fischer.

Dort gab es ein Fischbrötchen.


Danach ging es weiter zur Eisdiele.

Mit dem Eis in der Hand liefen wir langsam – wirklich ganz langsam – zum EDEKA.

Dort kauften wir zwei Gurken.

Erst Fischbrötchen, dann Eis und anschließend das Gemüse fürs gute Gewissen.

Dicke-Backen-Musik

Das Wetter war windig, aber noch schön.


Im Hafenzelt spielte eine Blaskapelle richtig gute Dicke-Backen-Musik.

Da nimmt man beinahe automatisch Haltung an.

Selbst dann, wenn man gar nicht genau weiß, warum. 😉

Polizei auf Wassermotorrädern

Die Wasserschutzpolizei patrouillierte mit zwei Wassermotorrädern.

Die Beamten waren dafür eindrucksvoll ausgerüstet.

Neopren-Boleros, Polizeischutzwesten und vermutlich auch entsprechend geschützte Dienstwaffen.

Die beiden machten auf ihren Maschinen richtig etwas her.

Da schaut selbst ein friedlicher Freizeitskipper zweimal hin – selbstverständlich nur aus nautischem Interesse.

Danach fuhren wir mit der RubberYolo zurück zur 👉 YOLO.

Verdiente Pause

An Bord war erst einmal Pause angesagt.

Birgit war müde. Das hatte sie sich auch redlich verdient.

Mit der ganzen Wäsche war sie im Hafen mehrfach hin und her gelaufen.

Heute hatte sie wirklich ordentlich etwas geschafft.

Das Gewitter

Von 16:10 Uhr bis 16:35 Uhr zog ein heftiges Gewitter über Röbel.


Ich habe selten so viel Regen in so kurzer Zeit gesehen.

Es donnerte, blitzte und hagelte wie verrückt.

Der Regen prasselte mit voller Wucht auf die YOLO.


Als das Gewitter begann, schnappte ich mir alle empfindlichen elektronischen Geräte.

MacBooks, iPads, iPhones und unser neues UKW-Handfunkgerät wanderten in den Backofen.


Backofen?

Ja, tatsächlich. Er sollte in diesem Moment als improvisierter Faradayscher Käfig dienen.

Zusätzlich schaltete ich sämtliche Hauptschalter der YOLO aus.

Auch die UKW-Funkantenne klappte ich vorsichtshalber herunter.

So schnell wie das Gewitter gekommen war, war es auch wieder vorbei.

⚡ 👉 Hier klicken: Der Backofen als Faradayscher Käfig

Ein Faradayscher Käfig besteht aus leitfähigem Metall.

Elektrische Ladungen verteilen sich überwiegend auf seiner Außenseite.

Ein geschlossener Metallbackofen kann deshalb einen gewissen zusätzlichen Schutz für kleine elektronische Geräte bieten.

Eine Garantie gegen Blitzschäden ist das jedoch nicht.

Die Geräte sollten nicht mit dem Bordnetz, Ladegeräten oder Antennen verbunden sein.

Bei einem direkten Blitzeinschlag können trotzdem sehr große Kräfte und Spannungen entstehen.

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Der Fernseher bleibt schwarz

Kurz nach dem Gewitter kam Birgit nach oben.

„Der Fernseher geht nicht mehr an.“

Ich überprüfte den Stecker und bewegte die Verbindung.

Nichts geschah.

Also holte ich das Multimeter und maß die Stromversorgung nach.

Der Stecker war in Ordnung. Die 12-Volt-Spannung lag an.

Vermutlich hat eine Überspannung infolge eines nahen Blitzeinschlags die Elektronik des Fernsehers beschädigt.

Ein direkter Blitzeinschlag in die YOLO war es wahrscheinlich nicht.

Dabei wären vermutlich deutlich mehr Geräte betroffen gewesen.

Der Fernseher hat sich wohl geopfert, damit der Rest der Bordtechnik verschont blieb.

Seinen letzten Film hat er damit heute selbst gespielt. 📺⚡

📺 👉 Hier klicken: Was ist ein Überspannungsschaden?

Bei einem nahen Blitzeinschlag entstehen starke elektromagnetische Felder.

Dadurch können kurzzeitig hohe Spannungen in Kabel und elektrische Leitungen eingekoppelt werden.

Diese Spannungsspitzen können empfindliche elektronische Bauteile beschädigen.

Am Anschluss können trotzdem weiterhin normale 12 Volt messbar sein.

Ob der Fernseher tatsächlich durch Überspannung beschädigt wurde, lässt sich endgültig nur durch eine technische Untersuchung feststellen.

Der direkte zeitliche Zusammenhang mit dem Gewitter macht es jedoch sehr wahrscheinlich.

👉 Klappmenü schließen

Ein neuer Fernseher muss her

Birgit begann sofort, das Internet nach einem neuen 24-Zoll-12-Volt-Fernseher abzusuchen.

Bei Saturn fand sie den besten Preis.

Nun stellte sich die Frage: Wohin lassen wir ihn liefern?

In Röbel wird nur der MARKANT-Markt als Postfiliale angezeigt.

Ein Fernseher mit 24 Zoll ist zum Glück nicht besonders groß.

Den sollten wir vom Markt bis zum Hafen und anschließend mit der RubberYolo transportieren können.

Wir sind inzwischen schließlich erfahrene Paketlogistiker auf dem Wasser.

Der Wind frischt auf

Gegen 19:00 Uhr frischte der Wind auf etwa 4 Beaufort auf.

Wir lagen frei und hatten rundherum genügend Platz.

Kein anderes Boot befand sich in unmittelbarer Nähe.

So konnten wir dem Wind gelassen dabei zusehen, wie er über den Binnensee strich.

Morgen wird gelaufen

Für morgen steht fest: Wir müssen unbedingt wieder laufen.

Die Bewegung ist in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen.

Deshalb suche ich heute Abend noch eine schöne Strecke heraus.

Mal sehen, wohin uns unsere Füße morgen tragen.



Fußball zum Tagesabschluss

Heute Abend steht noch das Endspiel zwischen Argentinien und Spanien an.

Wird Messi es schaffen, weiter Weltmeister zu sein?

Ich würde es Spanien gönnen.


Nur unser Fernseher hat sich ausgerechnet vor dem Endspiel verabschiedet.

Das ist Timing, wie es vermutlich nur auf der YOLO vorkommen kann.

👉 YOLO-Style eben

Am Morgen frische Bettwäsche.

Mittags Fischbrötchen, Eis und Dicke-Backen-Musik.

Am Nachmittag ein Backofen voller Elektronik.

Und am Abend die Suche nach einem neuen Fernseher.

Ein ganz normaler Tag an Bord der YOLO – zumindest nach unseren Maßstäben. 😉


Ausblick

Morgen wollen wir wieder eine längere Strecke laufen.

Außerdem müssen wir klären, wohin der neue Fernseher geliefert werden kann.

Bis dahin hoffen wir auf eine ruhige Nacht und einen sicher haltenden Anker.


Poetische Fußnote

Erst duftet frisch die Wäsche fein,
dann zieht ein schwarzes Wetter ein.
Der Fernseher schweigt, der Anker hält,
so dreht sich unsere kleine Wasserwelt. ⚓

😉 Mit einem Augenzwinkern zur 👉 SILENCIO – merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser.*


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Man lebt nur einmal – 👉 YOLO! 😎⚓



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* Die Idee einer poetischen Fußnote am Ende unserer Tagesberichte wurde durch den Blog der 👉 SILENCIO inspiriert. Dafür sagen wir herzlich Danke.

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