Tag 105 auf der YOLO – Kalter Regen, knarrende Leinen und ein Kraftort

 

⚓ Tag 105 auf der YOLO – Kalter Regen, knarrende Leinen und ein Kraftort

Der Tag war nicht besonders toll.

Es regnete, es war kalt und draußen einfach ungemütlich.

Also erst einmal die Heizung an und Kaffee gekocht. ☕🔥

Key Facts

Tag 105: Müritzarm Sietow – Ankertag
Tage: 105 / 180
Törn bisher: 55 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: 781 km 🌊
Fahrzeit gesamt: 109 Std. 22 Min. ⏱️
Schleusen gesamt: 29 ⚓
Brücken gesamt: 2 🌉
Hafentage bisher: 29 🏡⚓ (27,6 % der Reisetage)
Besonderheiten: Kräftiger Westwind, vertraute Ankergeräusche, weitere Arbeit an der 👉 YOLO Co. Captain App, Gemüsesuppe mit Geheimzutaten und eine besondere Sonnenuntergangsstimmung.

Westwind und vertraute Geräusche

Der Wind nahm im Laufe des Tages zu und kam aus Westen.

Das ging für unseren Ankerplatz noch ganz gut, denn aus dieser Richtung bauen sich hier keine besonders hohen Wellen auf.

Trotzdem klatschten sie hörbar gegen die Bordwand.

Auch unsere Ankerkralle meldete sich.

Sie hält die Kette über zwei Leinen, die an den Bugklampen belegt sind, und entlastet dadurch die Ankerwinsch.

Immer wenn sich die YOLO in den Wind einfliegt, bekommt abwechselnd eine der beiden Leinen Last.

Dabei entstanden knarrende Geräusche.

Aufgestanden bin ich deswegen nicht.

Auch im Schlaf störte uns das nicht mehr.

Es ist vermutlich wie bei Menschen, die neben einer Bahnlinie wohnen.

Die hören irgendwann den Zug nicht mehr.

Bei uns sind es eben Wellen, Kette, Leinen und das gelegentliche Knarren vom Bug.

Die Geräusche der YOLO gehören inzwischen einfach zum normalen Bordleben.

Weiter mit dem Co. Captain

Ich beschäftigte mich weiter mit der 👉 YOLO Co. Captain App.

Es geht inzwischen wirklich zügig voran.

Die Fahrgebiete wurden weiter erweitert, auch wenn längst noch nicht alle erfasst sind.

Und ich werde bei der Arbeit daran immer schlauer.

Was auf den ersten Blick einfach klingt, wird schnell zu einem kleinen Behörden-Labyrinth.

In Deutschland gibt es nicht die eine klare Regel dafür, wie alle Gebiete heißen und wie sie gegliedert sind.

Es gibt Bundeswasserstraßen und Länderwasserstraßen.

👉 ELWIS kennt sie zwar alle, aber jedes Bundesland macht bei den Bezeichnungen und Zuständigkeiten ein Stück weit sein eigenes Ding.

Um das alles im Co. Captain sauber zusammenzuführen, muss man schon genau überlegen.

Die App soll schließlich später nicht nur hübsch aussehen.

Sie soll auch verstehen, wo man fährt, welches Gebiet gemeint ist und welche Informationen dort wirklich wichtig sind.

Einfach alles in einen Topf werfen funktioniert nicht.

Obwohl – bei meiner Suppe später am Tag war genau das eine ziemlich gute Methode. 😉


📱 👉 Hier klicken – Warum die Fahrgebiete so aufwendig sind

Für den Co. Captain müssen unterschiedliche Bezeichnungen und Zuständigkeiten zusammengeführt werden.

Dazu gehören unter anderem Bundeswasserstraßen, Länderwasserstraßen, einzelne Seen, Flüsse, Kanäle und regional unterschiedlich benannte Fahrgebiete.

Die Herausforderung besteht darin, diese Daten so zu ordnen, dass die App aus dem GPS-Standort zuverlässig das passende Gebiet erkennt.

Erst dann können Informationen wie ELWIS-Meldungen, Geschwindigkeiten, Bauwerke oder Funkkanäle korrekt zugeordnet werden.

👆 Zum Schließen oben erneut auf die Überschrift tippen.


Ein Kraftort vor Anker

Der Tag machte draußen einfach sein eigenes Ding.

Mal zog der Regen dichter über das Wasser.

Dann öffnete sich der Himmel wieder für einen Moment.

Wolken, Wasser und Licht veränderten die Bucht ständig.

Die Oberfläche der Müritz wurde einmal dunkel und schwer, dann wieder silbrig und glatt.

Dazwischen tauchten Vögel auf, verschwanden wieder hinter dem Schilf und wurden Teil dieser stillen Kulisse.

Für mich ist diese Ankerbucht ein echter Kraftort.

Man muss hier nichts Besonderes erleben.

Es reicht, einfach da zu sein.

Das Wasser bewegt sich, die Wolken ziehen und das Licht malt immer neue Bilder.

Die Tiere geben den Takt vor, und wir liegen mittendrin.




Luxus kann manchmal ganz einfach sein: ein sicherer Anker, Wärme im Schiff und ein freier Blick über das Wasser.

Gemüsesuppe gegen das Wetter

Mittags kochte ich uns eine Gemüsesuppe.

Zucchini, Kartoffeln und natürlich einige Geheimzutaten.

Welche das waren, bleibt selbstverständlich an Bord.

Sonst wären es ja keine Geheimzutaten mehr. 🥣😉

Bei diesem kalten Regenwetter war die Suppe genau richtig.

Heiß, kräftig und richtig lecker.

Manchmal braucht ein guter Tag eben keinen Landgang.

Manchmal reichen eine warme Suppe und ein trockener Platz am Fenster.

Sonnenuntergang ohne Sonne



Am Abend entstand trotzdem noch eine wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung.

Die Sonne selbst zeigte sich kaum.

Aber sie färbte die Wolken und den Horizont gerade genug, um die ganze Bucht für einige Minuten zu verändern.



Der Mond gesellt sich dazu. Ein stiller Abschluss für einen ansonsten grauen Tag.

Und genau solche Momente machen das Leben vor Anker aus.



👉 YOLO-Style eben

Der Wind knarrt an den Leinen.

Der Regen läuft über die Scheiben.

Der Co. Captain lernt deutsche Wasserstraßen kennen, und ich lerne gleich mit.

Dazu gibt es Suppe mit Geheimzutaten und am Ende doch noch ein bisschen Abendlicht.


Eigentlich kein toller Tag.

Aber schlecht war er irgendwie auch nicht. 😎⚓


Ausblick

Morgen soll das Wetter schöner werden.

Auch der Wind soll nachlassen.

Was wir dann machen?

Ich denke, wir werden laufen gehen.

Nach zwei Tagen zwischen Regen, Notebook und Suppe können die Beine ruhig wieder daran erinnert werden, wofür sie gebaut wurden.


Poetische Fußnote

Der Wind zieht an den Leinen,
der Regen schreibt ans Glas.
Die Bucht schweigt zwischen Wolken,
und Zeit wird wieder blass.
Ein Topf voll warmer Suppe,
ein Licht am Horizont –
so zeigt selbst graues Wetter,
warum sich Ankern lohnt. ⚓

😉 Mit einem Augenzwinkern zur 👉 SILENCIO – merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser.*


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Man lebt nur einmal – 👉 YOLO! 😎⚓

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👉 YOLO Co. Captain

* Die Idee einer poetischen Fußnote am Ende unserer Tagesberichte wurde durch den Blog der 👉 SILENCIO inspiriert. Dafür sagen wir herzlich Danke.

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